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Rollstuhl-TT: Auf Rädern an der Platte

28.05.2008 0 Kommentare von

Foto: TV Hans Krämer

Ein äußerst erfolgreicher Sportler: Der 39-jährige Sven Schulz aus Drohnecken ist deutscher Meister im Rollstuhl-Tischtennis. Auch bei einer EM und den Paralympics hat er schon teilgenommen.

Ein deutscher Meister aus Dhronecken: Mit dem RSG Koblenz hat Sven Schulz diesen Titel gewonnen.

Dhronecken. “Gestatten, mein Name ist Sven Schulz und ich bin deutscher Meister im Tischtennis.”

Würde sich der 39-Jährige aus Dhronecken so vorstellen, würde er im besten Fall ungläubiges Staunen ernten, im schlechtesten als Hochstapler abgetan werden. Dabei ist Staunen die einzig akzeptable Reaktion. Denn Schulz ist wirklich deutscher Meister – im Rollstuhl-Tischtennis. Mit der Mannschaft des RSG Koblenz, was im Rollstuhlbereich heißt, mit seinem Partner Selcuk Cetin.

Sein Mitspieler von der RSG ist auch der einzige, der ihm auf dem Weg zur deutschen Einzelmeisterschaft im Weg stand.

Ein Autounfall machte ihn zum Rollstuhlfahrer

Seit einem Autounfall im Jahr 1987 wurde Schulz zwangsweise vom Fußgänger zum Rollstuhlfahrer, sagt aber gleichwohl: “Es hätte mich noch schlimmer erwischen können.” Er ist “inkomplett querschnittsgelähmt”. Für den Laien verständlicher ausgedrückt: “Ich kann kurze Strecken auch außerhalb des Rollstuhls zurücklegen.” Schulz zählt schon lange zur deutschen Spitze im Rollstuhl-Tischtennis, war schon 1994 bei der Europameisterschaft in Dänemark für die Nationalmannschaft dabei und bei den Paralympics 1996.

“Ich habe diese Sportart nicht erst nach meiner Behinderung für mich entdeckt, sondern spielte auch schon vorher.” Erfahrungen, die ihm natürlich zugutekommen, “obwohl im Rollstuhl ganz anders gespielt wird, als auf beiden Füßen”. Während die “normalen Spieler” sehr viel mit Kraft und Tempovariationen agieren, kommt es im Rollstuhl vor allem auf das “Setzen” an. “Da wir ja nicht so beweglich sind, müssen wir taktisch ganz anders spielen. Bei uns ist Genauigkeit wichtiger als Härte.” Was ihn nicht davon abhält, im Fußgängerbereich für den TTC Talling in der zweiten Bezirksliga der Herren an die Platte zu gehen. Dreimal pro Woche ist Training angesagt, “meist mit Fußgängern”, was die Klasse im Rollstuhl ja nicht beeinträchtigt.

Neben Tischtennis spielt Schulz auch noch im Rollstuhlbasketball für den RSC Rollis Trier, “für die zweite Mannschaft”. Für die Rollis war er auch schon mit dem Schläger aktiv, wechselte aber dann nach Koblenz, “weil ich erste Bundesliga spielen wollte”. Und die stärkere Konkurrenz, der härtere Wettbewerb, hat sich für ihn ausgezahlt. Der absolute Höhepunkt seiner bisherigen Karriere war der deutsche Meistertitel im Einzel im Jahr 2003. Die Klasse, auch international für Deutschland zu spielen, hätte er auch mit fast 40 Jahren noch, zumal die Altersstruktur anders ist als im Fußgängerbereich.

Aber diese Ambitionen hat er ad acta gelegt und vielmehr Wert auf die Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten gelegt. Seine Freizeit gehört jetzt außer den beiden Sportarten, die er aktiv betreibt, dem Ausgleichssport Handbike “und natürlich meiner Familie”.

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